Hubert bekommt diese Frage oft, zuletzt von einem Mann, der beruflich erfolgreich ist, eine schöne Familie hat, gute Freunde. Aber wenn er abends im Bett liegt, fühlt er sich leer und traurig. Hubert antwortet, dass er für dieses Gefühl so etwas wie ein Experte ist. Er hatte alles: die Firma, den Erfolg, das Schulterklopfen. Jeder sagte, du hast etwas Tolles aus deinem Leben gemacht. Die andere Seite kannte niemand – die Abende, an denen er traurig war und leer.
Warum du dich leer fühlst, obwohl alles da ist
Die Antwort bekam er von einem amerikanischen Psychologen, und sie hat ihn bis heute nicht verlassen: Ein unbegrenzter Geist kann niemals von begrenzten Mitteln wie Geld, beruflichem Erfolg oder Familie erfüllt werden. Wir sind unbegrenzt – das ist, was wir in Wahrheit sind. Begrenzte Dinge können uns deshalb nicht zufriedenstellen, egal wie viele wir davon sammeln. Die Leere ist kein Zeichen, dass mit dir etwas nicht stimmt. Sie ist ein Hinweis auf eine Verwechslung.
Hubert war Sportler, stand auf dem Podest, bekam Medaillen umgehängt. Er erinnert sich an den Moment: Die Freude, die innere Erfülltheit des erreichten Ziels – abgehackt. Im nächsten Moment: Und das war jetzt alles? Er fühlte sich nicht erfüllt. Es musste eine andere Erfülltheit geben, eine, die sich nicht mehr verändert. Das war von Kindheit an seine Suche nach dem Sinn des Lebens. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – so oft.
Depression: Der Karotte nachlaufen und abstürzen
Depression ist Volkskrankheit Nummer eins. Hubert beschreibt, was sie für ihn war: Er ist immer der Karotte nachgelaufen und hat sie nie erreicht. Ziele hat er erreicht – aber wenn er sie erreicht hatte, ist er emotional abgestürzt. Die Spannung war weg, der Enthusiasmus kippte nach unten. Und dann kam die Sinnfrage: Jetzt habe ich das erreicht – und was folgt jetzt?
Der Kurs nennt dieses Denksystem beim Namen: Suche und finde nicht. Kaum ist etwas erreicht, sagt der Geist: Jetzt muss noch etwas Besseres kommen. In den Seminaren bringt Hubert manchmal eine Plastikkarotte mit, damit die Menschen sich selbst erkennen: Wie laufe ich der Karotte nach? Wenn ich in Pension gehe, bin ich frei, dann geht es mir gut – wieso lasse ich es mir nicht jetzt gut gehen?
Was er deshalb braucht, sagt er, ist ein höherer Sinn, ein höherer Zweck – etwas, das nicht nach dem Erreichen zusammenfällt. Für ihn heißt das heute: Ich will mich weggeben, ich will dienen, ich will meine Erfahrung teilen, ich will mich zeigen und Menschen glücklich machen. Das ist ein Sinn, der nicht abstürzt, weil er nicht am Erreichen hängt.
Schicksalsschlag: Warum wir das Glück nicht aushalten
Jemand fragte Hubert: Es geht mir eigentlich gut – und schon wieder denke ich, das Glück wird nicht lang anhalten, vielleicht kommt der Schicksalsschlag. Warum halte ich Frieden und Glück nicht aus?
Weil wir so trainiert sind, antwortet er. Unser menschlicher Geist ist trainiert, in die Zukunft zu denken: Was wird jetzt wieder kommen, um dieses Glück zu bedrohen? Hubert hat das lange gelebt. Gute finanzielle Situation – jetzt kommt sicher eine große Steuernachzahlung, dann geht es mir wieder nicht gut. Die Angst vor dem Verlust vergiftet das Haben. Der Kurs ist ein Geistestraining, das dieses Muster umkehrt: nicht die Zukunft absichern, sondern das Jetzt annehmen.
Die Opferrolle verlassen
Hubert hat sein Leben lange in der Opferrolle gelebt: was ihm die Menschen angetan haben – die Eltern, die Partnerinnen, die Freunde, die ihn ausgenutzt haben. Jahrelang hat er sich diese Geschichten erzählt. Der Kurs sagte: Nein. Opfer zu sein bringt uns nicht weiter. Wir übernehmen Verantwortung – für die Situation, für unser Denken, dafür, wie wir die anderen und die ganze Welt sehen. Und wenn wir Verantwortung übernehmen, sind uns Frieden und Glück garantiert.
Das klingt hart und ist in Wirklichkeit eine Befreiung. Solange andere über mein Gefühl bestimmen, bin ich machtlos. Sobald ich sehe, dass ich die Deutung wähle, bin ich frei.
Bist du dein eigener Feind?
Ein echter Quantensprung, sagt Hubert, ist das, was der Kurs über Beziehungen lehrt: Die Beziehung zu mir selbst – meine Gedanken über mich – bestimmt alle anderen Beziehungen. Wenn ich lieblos zu mir bin, mich im Geist kritisiere, mein eigener Feind bin – was wird mir die Welt zeigen? Kritik, Feindseligkeit, Gemeinheit. Das da draußen zeigt, was ich über mich denke.
Deshalb beginnt die Arbeit nicht bei den anderen. Sie beginnt bei liebevollen Gedanken über mich. Dann verändern sich die Beziehungen – nicht, weil die anderen anders werden, sondern weil ich anders sehe.
In das Leiden verliebt
Der Kurs sagt etwas, das Hubert beim ersten Hören wegwerfen wollte: Du bist in dein Leiden verliebt. Wie kann der mir so etwas sagen? Dann nahm er sich die Zeit, wirklich hinzuschauen – und sah, dass er Beziehungen verwendete, um zu leiden: um in Groll zu sein, um sich zurückgewiesen zu fühlen. Nicht, um glücklich zu sein. Er brauchte dringend einen Geisteswandel, eine neue Perspektive auf Beziehungen. Der Kurs hat sie ihm gegeben.
Verwandt damit ist das Gefühl, nicht genug zu sein: so viel tun zu müssen, damit man geliebt wird, gesehen wird, Aufmerksamkeit bekommt – vom Partner, von der Tochter, vom Sohn, von einem Freund. Hubert hat sich darin angestrengt bis zur Frustration. Es muss eine Liebe geben, für die man nicht kämpfen muss, für die man sich nicht aufopfern muss. Die hat er durch den Kurs kennengelernt. Heute kann er entspannt sein.
Schuld, Scham, Wut – und Sudern
Schuld ist für den Kurs das zentrale Thema. Hubert erzählt es als die Geschichte von Adam und Eva: Sie essen vom Baum, und dann verstecken sie sich. Das ist die Geschichte der Menschheit – ich habe Angst, bestraft zu werden, wenn ich mich zeige. Also fühle ich mich schuldig. Oder ich spreche schlecht über jemanden und fühle mich schuldig. Der Kurs lehrt: Wir müssen diese alten Gedanken nicht aufrechterhalten. Wir können liebevoll über unsere Mitmenschen denken – dann spüren wir keine Schuld mehr. Der ganze Kurs ist auf das Auflösen der Schuld aufgebaut.
Wut war Huberts eigenes Tabu. Christlich erzogen, immer der gute Sohn, hat er sich nie erlaubt, Wut zu spüren. Erst mit dem Kurs gab er sich die Erlaubnis – und erfuhr, dass es keine negativen Gefühle gibt, vor denen man Angst haben muss. Die Wut darf da sein. Er wird nicht dafür bestraft. Er ließ sie heraus und gab sie gleichzeitig in Heilung und Vergebung. Ein unglaublich befreiendes Gefühl, sagt er.
Und Sudern – das österreichische Wort für Sich-Beklagen – bringt uns nicht weiter. Als Hubert mit 33 nach Amerika kam, sah er zum ersten Mal Menschen, die lebendig waren, frei im Geist, ohne Angst, Fehler zu machen. In Europa, sagt er, ist so viel Angst, sich zu zeigen. Aber wir können uns zeigen. Wir brauchen uns vor nichts zu verstecken. Und wir erfahren Freude, wenn wir es tun.
Verbraucht mit 30, lebendig mit 56
Zum Schluss etwas, das Hubert selbst hochinteressant findet: Heute ist er 56 – und vor 30 Jahren fühlte er sich müder und energieloser als jetzt. Mit Mitte 30 dachte er, mit 50 müsse er sich uralt fühlen, total verbraucht, wenn er so weitermacht. Es ist überhaupt nicht so. Er fühlt sich jünger als mit 30, energetischer, fröhlicher, lockerer. Aber das hat er gelernt: sich zu entspannen, die Dinge nicht mehr so ernst zu nehmen, das Leben von einer anderen Seite zu sehen.
Das ist die Einladung dieses Themas. Nicht: Werde erfolgreicher, damit die Leere aufhört. Sondern: Erkenne, wo die Leere herkommt – und finde den Sinn, der nicht nach dem Erreichen zusammenfällt. Die Videos oben sind Huberts Antworten auf die Fragen, die ihm Menschen wirklich stellen. Und wenn du eine eigene Frage hast, stell sie ihm.
Häufige Fragen
Ersetzt das eine Therapie bei Depression?
Nein. Bei einer diagnostizierten Depression gehört ärztliche oder psychotherapeutische Begleitung dazu – Hubert sagt das ausdrücklich. Der Kurs setzt an einer anderen Stelle an: an der Sinnfrage, an der Geschichte, die wir uns über unser Leben erzählen. Beides kann sich ergänzen. In akuten Krisen wende dich bitte an einen Arzt oder den Notruf.
Ich habe eigentlich alles – warum fühle ich mich trotzdem leer?
Ein amerikanischer Psychologe gab Hubert die Antwort, die ihn selbst befreite: Ein unbegrenzter Geist kann niemals von begrenzten Mitteln wie Geld, beruflichem Erfolg oder Familie erfüllt werden. Die Leere ist kein Defekt. Sie ist der Hinweis, dass die Erfüllung woanders liegt als dort, wo wir sie gesucht haben.
Ist Wut nicht ein schlechtes Gefühl, das man loswerden sollte?
Hubert, christlich erzogen und immer der gute Sohn, erlaubte sich jahrzehntelang keine Wut. Der Kurs lehrte ihn das Gegenteil: Es gibt keine negativen Gefühle, vor denen man Angst haben muss. Die Wut darf da sein, herausgelassen und gleichzeitig in Heilung und Vergebung gegeben werden. Was man nicht fühlen darf, kann man nicht loslassen.
Was meint der Kurs mit „Schuld“?
Den Gedanken, etwas an mir sei falsch – und die Angst, dafür bestraft zu werden, wenn ich mich zeige. Hubert erzählt es als Geschichte von Adam und Eva, die sich verstecken. Der ganze Kurs ist darauf aufgebaut, diese Schuld aufzulösen: nicht durch Buße, sondern durch ein neues Denken über sich und die anderen.