Jeder kennt den Ausdruck: im Hamsterrad gefangen. So sah Huberts Leben aus, bis er 27 war. Ein täglicher Überlebenskampf mit einer einzigen Idee: Ich muss meine Ziele erreichen, ich muss etwas aus dem Leben machen, mir etwas beweisen – und den anderen beweisen, dass ich auch etwas kann. Irgendwann war er erschöpft davon, immer wieder am gleichen Punkt anzukommen. Er sah keine Alternative, bis der Kurs kam und ihm zeigte, wie man aus dem Hamsterrad herauskommt. Das, sagt er, kann er nur anbieten – wenn du wirklich bereit bist, innere Arbeit zu machen.
Tränen auf dem Podest
Hubert hatte einen Sportlergeist. Er war im Spitzensport tätig, setzte sich höchste Ziele und erreichte sie. Mit 17 machte er einmal den zweiten Platz – und weinte auf dem Podest. Für ihn war die Welt zusammengebrochen. Er konnte nicht verstehen, dass jemand besser war. Dieser übertriebene Ehrgeiz, diese übertriebene Erwartungshaltung an sich selbst haben ihm nicht gutgetan. Sie haben ihn einsam gemacht: keine Freunde, weil er immer besser sein wollte.
Leistungsdruck ist selbstgemachter Stress. Man setzt sich unter Druck, setzt höchste Ziele, treibt sich an – und behandelt sich dabei so, wie man keinen Menschen behandeln würde, den man mag. Hubert kennt das nicht aus Büchern. Er kennt es aus der Kabine.
Die Karotte
Von Kindheit an stellte Hubert sich die Frage: Was ist innere Erfülltheit? Deshalb war er so ehrgeizig, im Sport wie im Beruf. Für einen Moment funktionierte es: Wenn er am Wochenende ein Rennen gewann oder im Job etwas erreichte, fühlte er sich erfüllt. Im nächsten Moment war das Gefühl weg – und was mache ich jetzt mit meinem Leben?
Er nennt es: der Karotte nachlaufen. Jemand schrieb ihm: Ich lebe immer in einer Erwartung. Wenn ich fünf Kilo abnehme, geht es mir besser. Wenn ich mehr verdiene, wenn die Beförderung kommt, dann. Hubert kennt das so gut. Und durch den Kurs hat er erfahren: Ich brauche das nicht mehr. Es wird mich nie erfüllen. Wenn ich fünf Kilo weniger habe, will ich zehn Kilo weniger. Das ist die Motivation der Welt: Mir fehlt noch etwas, und jetzt muss ich es erreichen. Wir können aufhören – nicht mit dem Tun, sondern mit dem Nachlaufen.
Das größte Gift: Groll
Was ist das größte Gift für den menschlichen Geist? Was garantiert ein leidvolles, miserables Leben? Hubert antwortet: Groll. Und Groll ist ein bestimmter Gedanke: Wenn der andere anders wäre, anders denken, anders handeln würde – dann wäre ich glücklich. Immer mit dem Finger auf jemanden zeigen, ihn beschuldigen: Du müsstest anders sein, dann ginge es mir besser. Man läuft dann herum wie ein Groll-Schränkchen und merkt es nicht einmal. Man beschuldigt die Welt für die eigene Erfahrung.
Dasselbe Gift wirkt in Firmen – dort nennt es Hubert die größte Energieverschwendung überhaupt: Menschen, die im Groll sind, nicht kooperieren, nicht zusammenarbeiten können, eine negative Meinung voneinander haben. Die ganze positive Dynamik geht verloren. Es gibt Studien über japanische Unternehmen, die Coaches beauftragten, genau das zu heilen – den Groll, die Missverständnisse, das Gegeneinander. Wer im Hamsterrad läuft, läuft selten allein. Meistens läuft er gegen jemanden.
Warum du nicht bekommst, was du willst
Der Kurs sagt etwas, das Hubert beim ersten Hören wütend machte: Nur was du nicht gegeben hast, kann in irgendeiner Situation fehlen. Weil Geben und Empfangen dasselbe sind. Sein erster Gedanke: So ein Unsinn. Es fehlt mir doch etwas – wie kann man sagen, ich hätte es nicht gegeben?
Dann ließ er sich auf einen Versuch ein. Ich gebe jemandem ein Lächeln – was kommt zurück? Ein Lächeln. Ich gebe Aufmerksamkeit – was kommt zurück? Aufmerksamkeit. Er zitiert den amerikanischen Kurslehrer David Hoffmeister, der gefragt wurde, wie ein Kursschüler auf steigende Preise und Inflation reagiere. Normalerweise mit Angst: Gürtel enger schnallen, kein Urlaub mehr. Aber ein Kursschüler erkennt: Je mehr er geben darf, desto mehr kann er empfangen. Das ist das Gesetz, sagt Hubert – und es klingt auf den ersten Blick verrückt, bis man es ausprobiert.
Die Macht der Entscheidung
Was der Kurs ganz klar aufzeigt: die Macht der Entscheidung. Die Macht unseres Geistes ist, dass wir uns in jedem Augenblick entscheiden – zwischen Angst und Liebe. Bisher waren wir vielleicht Experten in der Angst: Angst vor der Zukunft, vor Versorgungslücken, den Partner zu verlieren, den Job zu verlieren, das Geld falsch zu investieren. Aber das ist eine Entscheidung. Wir können uns genauso für die Liebe entscheiden, für das Vertrauen: Es ist schon alles gut, und es wird immer alles gut sein. Lektion 152 trägt den Titel: »Die Macht der Entscheidung ist mein.«
Das ist der Ausgang aus dem Hamsterrad. Nicht ein anderer Job, nicht mehr Geld, nicht endlich die Beförderung – sondern die Erkenntnis, dass ich in jedem Moment wähle, aus welchem Zustand ich handle.
So änderst du Situationen
Ein konkretes Beispiel von Hubert: Du bist mit der Politik nicht zufrieden. Du kannst deinen Geist ändern und sagen: Es ist halt so, es bringt nichts, sich aufzuregen. Du könntest auch woanders hingehen. Aber ehrlich – als Mensch mit meinem Denken aus der Vergangenheit werde ich nirgendwo ganz zufrieden sein. Ich werde immer das Haar in der Suppe finden. Die Frage ist: Wie lange will ich das noch?
Wir sind nicht unsere Prägung. Wir sind nicht unsere Persönlichkeit. Für einen Moment scheint die Lebensgeschichte wahr zu sein – aber wir können den Geist verändern, frei werden von der Vergangenheit. Das ist die freudige Nachricht, die Hubert seinen Zuhörern bringt: Es ist nicht die Situation, die dich festhält. Es ist die Bedeutung, die du ihr gibst.
Warum du sofort aufhören musst
Womit sofort aufhören? Mit den Dramen. Lektion 101 – »Gottes Wille für mich ist vollkommenes Glück« – ist für Hubert ein Schlüssel zum Verständnis dessen, was wir sind. Wir glauben immer noch, wir könnten uns Glück durch Leiden kaufen: indem wir den Leuten unsere Dramen erzählen, immer dieselben Geschichten aus der Vergangenheit. Glauben wir, dass uns das glücklich macht? Es ist, sagt Hubert, schon so langweilig. Lass mal etwas Neues her.
Und: Theorie ist nutzlos, wenn du das eine nicht tust – anwenden. Als Hubert den Kurs zum ersten Mal in Händen hielt, dachte er: So ein dickes Buch, wer macht denn so was? Aber er war so im Schmerz, so enttäuscht vom Leben nach der Scheidung, dass er anfing zu lesen und die Lektionen zu praktizieren. Und der Kurs hat ihn vom Herzschmerz befreit. Nicht das Verstehen. Das Tun.
Was das für dich heißt
Wenn du dich im Hamsterrad erkennst – der Karotte hinterher, unter Druck, im Groll auf den Chef, die Kollegen, den Partner –, dann ist der erste Schritt kein neuer Plan. Er ist eine Entscheidung: aus welchem Zustand du den nächsten Schritt machst. Die Videos oben sind kurze Erinnerungen daran. Die Übung am Rand ist ein Anfang. Und wenn du merkst, dass dein Team oder deine Firma im Groll festhängt, sprich Hubert auf einen Vortrag oder ein Seminar an – er hat mit Hunderten Menschen gearbeitet, die genau da standen.
Häufige Fragen
Ist Ehrgeiz nicht etwas Gutes? Ohne Ziele erreicht man doch nichts.
Hubert war Spitzensportler und erfolgreich in der Wirtschaft – er hält nichts gegen Ziele. Er unterscheidet zwischen Tun aus Freude und Tun aus Mangel. Übertriebener Ehrgeiz, der weint, wenn er Zweiter wird, macht einsam und hat ihm nie gutgetan. Ziele erreichen kann man auch aus dem Frieden heraus – und dann ohne den Absturz danach.
Was hat Groll mit Firmen zu tun?
Groll – Menschen, die nicht miteinander kooperieren, eine negative Meinung voneinander haben – ist laut Hubert die größte Energieverschwendung in jeder Organisation. Die positive Dynamik geht verloren. Japanische Unternehmen haben deshalb Coaches beauftragt, genau das zu heilen. Wer Groll heilt, gewinnt die Energie zurück.
Was bedeutet „Geben und Empfangen sind dasselbe“ konkret?
Der Kurs sagt: Nur was du nicht gegeben hast, kann in irgendeiner Situation fehlen. Hubert hat sich beim ersten Hören aufgeregt – und dann probiert: Ein Lächeln geben, ein Lächeln kommt zurück. Aufmerksamkeit geben, Aufmerksamkeit kommt zurück. Das ist kein Trick, sondern eine Umkehr der Grundhaltung vom Fordern zum Geben.
Ich kann meine Situation nicht ändern – Job, Politik, Familie. Was dann?
Der Kurs verlangt nicht, Situationen zu ändern, sondern die Bedeutung, die wir ihnen geben. Als Mensch mit Erinnerungen aus der Vergangenheit finde ich überall das Haar in der Suppe. Die Frage ist: Wie lange will ich das noch? Wer den Geist ändert, verändert die Erfahrung – und oft danach auch die Situation.