Angst & Vertrauen
Vertrauen lernen, wenn der Geist Angst erwartet
Zukunftsangst trifft auf ein anderes Bild: Wenn eine Tür zugeht, kann eine neue aufgehen. Hubert erzählt, wie er das 2020 erlebte.
Kurzantwort
Worum geht es?
Vertrauen lernen heißt bei Hubert nicht, eine sichere Zukunft vorherzusagen. Es heißt, trotz Veränderung den nächsten Schritt zu gehen, ohne jede offene Tür im Voraus kennen zu müssen. Im Video erinnert er an seinen schweren Abschied aus Mexiko im Jahr 2020. Damals war er verzweifelt und hielt dennoch an der Möglichkeit fest, dass sich in Europa ein neuer Weg zeigen könnte.
Künstliche Intelligenz, veränderte Arbeitsplätze, eine Zukunft, die niemand vollständig überblickt: Hubert beginnt sein Video bei einer Sorge, die viele Menschen kennen. Er wischt sie nicht weg. „Natürlich ist die Angst da“, sagt er sinngemäß – und stellt dann eine andere Möglichkeit daneben: Wir können Vertrauen lernen. Nicht als blinde Gewissheit über Ereignisse, sondern als innere Haltung zum Unbekannten.
Zukunftsangst rechnet mit dem Schlimmsten
Der Geist versucht gern, Unsicherheit durch Vorausdenken zu beherrschen. Eine Veränderung wird sichtbar, und sofort entstehen Geschichten: Mein Arbeitsplatz fällt weg. Ich finde nichts Neues. Ich werde nicht versorgt sein. Manche dieser Fragen verlangen sachliche Vorbereitung. Doch zwischen einem vernünftigen Plan und einer endlosen Angstgeschichte liegt ein Unterschied. Planung endet bei einem nächsten Schritt; die Gedankenspirale verlangt eine Garantie, die niemand geben kann.
Hubert schlägt deshalb nicht vor, Entwicklungen zu leugnen. Sein Impuls lautet: Mehr Vertrauen ist lernbar. Das Wort „lernen“ ist wichtig. Vertrauen muss nicht plötzlich als großes Gefühl erscheinen. Es kann darin bestehen, Informationen zu prüfen, eine Entscheidung vorzubereiten und gleichzeitig nicht jede unbekannte Zukunft als Bedrohung zu behandeln.
„Wenn eine Tür zugeht, öffnet sich die nächste Tür wieder.“
Hubert Schlaucher, Video „Vertrauen lernen“
Eine geschlossene Tür in Mexiko
Hubert verbindet dieses Bild mit einer konkreten Erfahrung. Zehn Jahre lang leitete er ein Kurszentrum in Morelia, Mexiko; 2019 bis 2020 baute er ein zweites Zentrum in Hermosillo auf. 2020 kehrte er nach Europa zurück. Im Video sagt er, dass er schweren Herzens wegging und im damaligen Moment völlig verzweifelt war. Das ist kein glattgebügelter Erfolgsbericht. Die geschlossene Tür tat weh.
Gleichzeitig wusste er, wie er es beschreibt, in seinem Innersten: In Europa wird sich eine neue Tür auftun. Heute blickt er dankbar darauf, dass ein neuer Abschnitt entstanden ist. Seit 2020 lehrt er an der Aleph Akademie; sein heutiger Lebensmittelpunkt ist Alicante. Diese belegten Stationen machen seine Aussage anschaulich. Sie beweisen aber kein allgemeines Gesetz, nach dem jedes Ereignis automatisch einen angenehmen Ausgang nimmt. Es ist Huberts persönliche Erfahrung mit Vertrauen in einer Umbruchphase.
Vertrauen ohne Schönreden
Spirituelles Vertrauen wird unglaubwürdig, wenn es Trauer, Unsicherheit oder praktische Risiken überspringt. Hubert selbst nennt die Verzweiflung. Darum dürfen zwei Dinge zugleich wahr sein: Eine Tür kann sich schmerzhaft schließen, und ich kann offenbleiben für einen Weg, den ich noch nicht sehe. Diese Haltung ist keine Vorhersage. Sie schützt auch nicht vor jeder Enttäuschung. Sie verhindert lediglich, dass Angst schon heute die ganze Zukunft festschreibt.
Im Sinn von Ein Kurs in Wundern ist das Geistesschulung: den Gedanken erkennen, mit dem ich meine Erfahrung forme, und eine andere Wahrnehmung zulassen. Der Kurs ist ein spirituelles Selbststudium mit einem Übungsbuch von 365 Lektionen. Er ist kein System zur Arbeitsplatzprognose und keine medizinische Behandlung. Die konkrete Welt verlangt weiterhin Gespräche, Bewerbungen, Beratung, Zahlen und manchmal einen Plan B.
Eine kleine Tür im Alltag
Vielleicht stehst du nicht vor einem Kontinentwechsel, sondern vor einem Gespräch, einer beruflichen Veränderung oder einer offenen Entscheidung. Dann muss Vertrauen nicht heißen: „Alles wird genauso, wie ich es will.“ Ein ehrlicherer Satz wäre: „Ich kenne den ganzen Weg nicht, aber ich kann den nächsten hilfreichen Schritt tun.“ Das nimmt dem Handeln nichts von seiner Verantwortung. Es löst nur den Anspruch, schon jetzt jede Antwort besitzen zu müssen.
Frage dich zuerst, welche Tür tatsächlich geschlossen ist und welche du nur im Kopf geschlossen hast. Was ist Fakt? Was ist Befürchtung? Welche Unterstützung kannst du heute anfragen? Vertrauen kann sehr praktisch aussehen: einen Termin vereinbaren, eine Fähigkeit lernen, mit einem Menschen offen sprechen oder einen Abschied betrauern, ohne daraus das Ende aller Möglichkeiten zu machen.
Angst ist kein persönliches Versagen
Weil Hubert sagt, man könne Vertrauen lernen, ist Angst nicht automatisch ein Zeichen mangelnder Spiritualität. Gefühle lassen sich nicht auf Kommando abschalten. Auch sein Bericht enthält Angst und Verzweiflung. Entscheidend ist, ob wir dem Gefühl zusätzlich die Autorität über jede kommende Entscheidung geben.
Wenn Zukunftsangst stark anhält oder deinen Alltag einschränkt, ist fachliche Unterstützung angemessen. Coaching und Kursarbeit ersetzen keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei einer akuten Krise wende dich bitte an professionelle Hilfe oder den örtlichen Notruf. Für die spirituelle Praxis bleibt eine einfache Einladung: Sieh die geschlossene Tür, fühle ehrlich, was sie bedeutet, und lass trotzdem einen Spalt für das Unbekannte offen.
Hubert brauchte, wie er am Ende sagt, Vertrauen von seiner Seite. Was daraus entstand, konnte er damals nicht vollständig sehen. Vielleicht reicht auch für dich heute dieser kleinere Schritt: nicht behaupten, dass alles sicher ist, sondern dich weigern, die Angst zur einzigen Erzählerin deiner Zukunft zu machen.
Für heute
Die nächste offene Tür
- Schreibe die Veränderung auf, die dir gerade Angst macht, und trenne überprüfbare Fakten von Befürchtungen.
- Erlaube dir, den Verlust oder die Unsicherheit ehrlich zu fühlen, ohne daraus die ganze Zukunft abzuleiten.
- Formuliere: „Ich kenne den ganzen Weg nicht. Welcher hilfreiche Schritt ist heute möglich?“
- Setze diesen Schritt um und bleib offen dafür, dass eine Lösung anders aussehen kann als erwartet.
Häufige Fragen
Bedeutet Vertrauen, dass alles gut ausgehen muss?
Nein. Hubert beschreibt eine innere Haltung, keine Ergebnisgarantie. Vertrauen lässt Raum für Möglichkeiten, während du weiterhin verantwortlich planst und handelst.
Was geschah 2020 bei Hubert?
Er ging schweren Herzens aus Mexiko weg und kehrte nach Europa zurück. Im Video beschreibt er seine damalige Verzweiflung und zugleich das Vertrauen, dass sich dort eine neue Tür zeigen werde.
Darf ich trotz Vertrauen einen Plan B machen?
Ja. Sachliche Vorbereitung und Vertrauen widersprechen einander nicht. Die Übung richtet sich gegen das gedankliche Festschreiben der schlimmsten Zukunft, nicht gegen vernünftige Planung.
Vollständiges Video-Transkript lesen
Eine unserer Hauptängste ist Angst vor der Zukunft. Da verändert sich so viel, sagen die Leute. Jetzt die KI, viele Arbeitsplätze fallen weg. Und das verstehe ich. Natürlich ist die Angst da. Aber wisst ihr was? Wir können lernen, noch mehr zu vertrauen. Wir können vertrauen, dass immer für uns gesorgt ist. Wir können vertrauen, wenn eine Tür zugeht, dass sich die nächste Tür wieder öffnet. Das kann ich dir wirklich aus einer Erfahrung sagen. Wir können vertrauen. Das Vertrauen ist gerechtfertigt. Und wenn wir vertrauen, werden wir erkennen: Bei mir ist so oft eine Tür zugegangen, und dann ist die nächste wieder aufgegangen. In Mexiko: Ich bin schweren Herzens dort weggegangen, 2020. Ich war in dem Moment völlig verzweifelt, aber ich habe tief im Innersten gewusst: Es wird sich eine neue Türe auftun, hier in Europa, und deshalb bin ich heute mit euch. Deshalb bin ich hier und deshalb bin ich so dankbar, weil sich eine neue Türe aufgemacht hat. Es hat nur Vertrauen gebraucht von meiner Seite.
Quellen und Einordnung
- Foundation for Inner Peace: autorisierte deutsche Online-Ausgabe
- Greuthof Verlag: Kurzinfo zu Ein Kurs in Wundern
Die Auslegung auf dieser Seite ist Huberts persönliche Erfahrung und nicht die offizielle Interpretation der Rechteinhaber von Ein Kurs in Wundern®.
Nächster Schritt
Coaching anfragen
Wenn du an diesem Punkt nicht allein weitergehen möchtest, schaut Hubert im Erstgespräch mit dir auf den nächsten Schritt.

