Leiden, Leere & Sinn
Die Suche nach dem Sinn – wenn Erreichen nicht erfüllt
Warum bleibt Erfüllung nach einem Erfolg oft nicht? Hubert erzählt vom Podest, der Sinnfrage und einem Glück, das im Jetzt beginnt.
Kurzantwort
Worum geht es?
Sinn entsteht für Hubert nicht durch das nächste erreichte Ziel, sondern durch einen inneren Zustand von Gegenwart, Lebendigkeit und Glück. Diese Antwort beschreibt seine persönliche Erfahrung mit Ein Kurs in Wundern, keine allgemeingültige Formel. Ziele dürfen bleiben; entscheidend ist, ob dein Wert und dein Frieden von ihnen abhängen.
Vielleicht kennst du diesen Moment: Du hast lange auf etwas hingearbeitet, erreichst es endlich – und die Freude ist überraschend schnell vorbei. Ein Abschluss, ein beruflicher Schritt oder eine sportliche Leistung kann sich für einen Augenblick groß anfühlen. Dann taucht leise die Frage auf: War das jetzt alles? Genau dort beginnt für Hubert die Suche nach dem Sinn. Nicht als philosophische Übung, sondern als Frage, die ihn nach eigener Aussage schon seit seiner Kindheit begleitet hat.
Wenn das Hoch nicht trägt
Im Video erinnert sich Hubert an starke Gegensätze: himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Er strebte, war Sportler und stand auf dem Podest. Die Medaille bedeutete im ersten Moment Freude und das Gefühl, ein Ziel abgeschlossen zu haben. Doch unmittelbar danach fehlte ihm jene tiefere Erfüllung, die bleiben sollte. Diese Erinnerung ist kein Beweis dafür, dass Erfolg leer sein muss. Sie zeigt vielmehr, wie Hubert seine eigene Erfahrung heute versteht: Ein Ergebnis konnte ihm ein Hoch geben, aber noch keine dauerhafte Antwort auf die Frage, wofür er lebte.
„Es muss doch irgendwie eine andere Erfülltheit geben, die sich nicht mehr verändert.“
Hubert Schlaucher, Video „Die Suche nach dem Sinn“
Der wichtige Unterschied liegt zwischen einem schönen Erlebnis und einem Fundament. Ein Erfolg darf Freude machen. Eine Medaille darf gefeiert werden. Schwierig wird es erst, wenn der nächste Erfolg beweisen soll, dass du wertvoll bist, oder wenn das Ende der Spannung sofort eine neue Leere erzeugt. Dann wird das Ziel zur Bedingung: Erst wenn ich dort bin, darf es mir gut gehen. Und sobald du dort bist, verschiebt sich die Bedingung wieder.
Sinn ist mehr als ein Ziel
Huberts persönliche Antwort lautet: Glücklichsein ist der Sinn des Lebens. Mit Glück meint er hier nicht einen dauernden Höhenflug und auch nicht die Pflicht, jedes unangenehme Gefühl wegzulächeln. Er beschreibt einen gegenwärtigen, lebendigen Geisteszustand, der weniger von Sieg oder Niederlage abhängig ist. Das ist seine spirituelle Deutung aus der Arbeit mit Ein Kurs in Wundern; sie wird nicht als wissenschaftliche Definition oder als einzige mögliche Antwort auf die Sinnfrage ausgegeben.
Gerade diese Unterscheidung macht die Aussage alltagstauglich. Du musst deinen Beruf nicht aufgeben, deine Pläne nicht kleinreden und keinen Ehrgeiz verurteilen. Du kannst dich jedoch fragen, welche Aufgabe du deinem Ziel gegeben hast. Soll es etwas ausdrücken, das dir Freude macht? Oder soll es eine innere Unsicherheit beenden, die nach jedem Erreichen wiederkommt? Das eine ist eine Richtung. Das andere ist eine Last, die kein Ziel dauerhaft tragen kann.
Was Gegenwart damit zu tun hat
Die Sinnsuche richtet den Blick oft in die Ferne: Irgendwann werde ich wissen, was meine Aufgabe ist. Irgendwann wird sich alles richtig anfühlen. Hubert setzt dem die Gegenwart entgegen. Wenn Glück nur nach dem nächsten Schritt erlaubt ist, bleibt es immer einen Schritt entfernt. Gegenwärtiges Glück heißt für ihn deshalb nicht, dass im Leben nichts Schwieriges geschieht. Es heißt, den jetzigen Augenblick nicht bloß als Durchgangsstation zu behandeln.
Die praktische Frage lautet: Was ist jetzt schon lebendig, wahr oder verbindend, bevor etwas Weiteres erreicht ist? Vielleicht ist es ein ehrliches Gespräch, konzentriertes Arbeiten, Bewegung, Stille oder eine kleine hilfreiche Handlung. Solche Augenblicke wirken unspektakulär. Gerade deshalb werden sie leicht übersehen, während der Geist auf das große Ergebnis wartet.
Ein Kurs in Wundern ist nach dem Faktenregister ein spirituelles Selbststudium und eine Geistesschulung. Hubert nutzt es als Übungsweg, um die eigene Wahrnehmung anzuschauen. Er hält seine Sicht nicht als offizielle Auslegung oder als Autorität hin. Für die Sinnfrage bedeutet das: nicht sofort eine perfekte Antwort produzieren, sondern die Gedanken bemerken, mit denen du Glück ständig vertagst.
Die alte Gleichung überprüfen
Viele innere Gleichungen klingen vernünftig: Wenn ich anerkannt werde, bin ich angekommen. Wenn ich dieses Projekt abschließe, kann ich entspannen. Wenn ich besser bin als gestern, bin ich genug. Solche Sätze können antreiben, ohne dass wir ihren Preis sehen. Eine einfache Prüfung hilft: Hat dieselbe Gleichung dich nach früheren Erfolgen wirklich zur Ruhe gebracht? Oder begann bald das nächste Rennen?
Huberts Podesterfahrung gibt darauf seine persönliche Antwort. Die Freude war echt, aber sie war nicht das unveränderliche Glück, nach dem er suchte. Statt den Erfolg abzuwerten, ordnet er ihn neu ein. Er darf Teil des Lebens sein, aber nicht dessen letzter Sinn. So kann Leistung ihren Platz bekommen, ohne den eigenen Wert zu bestimmen.
Eine Frage, die mitgeht
Du musst die Sinnfrage nicht heute endgültig lösen. Vielleicht genügt es, sie anders zu stellen. Nicht: Welches große Ziel macht mein Leben endlich vollständig? Sondern: Wie möchte ich diesen Tag erleben und wozu möchte ich mit dem, was ich kann, beitragen? Die zweite Frage führt aus der abstrakten Suche in eine konkrete Bewegung.
Für Hubert ist die Erinnerung an einen glücklichen, lebendigen Zustand zum roten Faden geworden. Das bleibt seine Erfahrung, keine Garantie für andere. Doch sie kann eine Einladung sein: Beobachte, wann du Erfüllung an später bindest. Würdige, was du erreichst. Und erlaube dir zugleich, dass Frieden nicht erst auf dem nächsten Podest beginnen muss.
Für heute
Die Sinnfrage ins Jetzt holen
- Notiere ein Ziel, von dem du gerade besonders viel Erfüllung erwartest.
- Erinnere dich an ein früher erreichtes Ziel: Was blieb, nachdem die erste Freude abgeklungen war?
- Frag dich: Was möchte ich heute erleben oder beitragen, auch wenn das große Ergebnis noch aussteht?
- Tu zehn Minuten lang genau diese eine Sache aufmerksam und ohne sie als Mittel für später zu benutzen.
Häufige Fragen
Sind Ziele und Ehrgeiz nach dieser Sicht falsch?
Nein. Hubert wertet Ziele nicht ab. Er beschreibt, dass ein erreichtes Ziel seine tiefere Sinnfrage nicht beantworten konnte. Entscheidend ist, ob du aus Freude handelst oder von einem Ergebnis erwartest, deinen Wert und dein dauerhaftes Glück zu sichern.
Was meint Hubert mit einem Glück, das sich nicht verändert?
Er meint einen inneren, gegenwärtigen Zustand, der nicht vollständig von Sieg, Anerkennung oder Besitz abhängt. Das ist Huberts persönliche spirituelle Erfahrung und keine Zusage, dass Menschen ständig gut gelaunt sein oder keine schwierigen Gefühle mehr haben werden.
Wie finde ich den Sinn meines Lebens?
Der Artikel gibt keine allgemeingültige Formel. Du kannst beginnen, Erwartungen an äußere Ziele zu prüfen und die Frage ins Heute zu holen: Was ist jetzt lebendig, verbindend und hilfreich? Wenn die Sinnkrise stark oder anhaltend belastet, ist professionelle Beratung eine sinnvolle Unterstützung.
Vollständiges Video-Transkript lesen
Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Das habe ich so oft in meinem Leben erfahren. Denn mein ganzes Leben lang war auch schon von Kind auf die Frage: Wie kann ich erfüllt sein? Wie kann ich ein erfülltes Leben führen? Wie kann ich letztendlich glücklich sein? Und da habe ich ja erlebt, und ich habe gestrebt, und ich war Sportler, und ich bin auf dem Podest gestanden. Ich war ja ein sehr guter Sportler und ich bin da am Podest gestanden. Und ich weiß noch: Wenn sie mir so eine Medaille verliehen haben, war das der Moment, wo die Freude da war und die innere Erfülltheit – das Ziel erreicht, sozusagen abgehakt. Und im nächsten Moment habe ich gesagt: „Und das war jetzt alles? Jetzt fühle ich mich auch noch nicht erfüllt.“ Und es muss doch irgendwie eine andere Erfülltheit noch geben, die sich, die sich nicht mehr verändert. Und das war für mich immer die Suche nach dem Sinn des Lebens. Und für mich heute ist die Suche nach dem Sinn des Lebens: Glücklich sein ist der Sinn des Lebens. Glücklich sein ist der Sinn des Lebens. Glücklich sein ist der Sinn des Lebens. Gegenwärtiges Glück, Glück, das sich nicht verändert. Und das ist wirklich ein Geisteszustand, ein glücklicher, lebendiger Zustand, der sich nicht verändert. Und das ist bereits in uns, und daran dürfen wir uns jetzt erinnern.
Quellen und Einordnung
Die Auslegung auf dieser Seite ist Huberts persönliche Erfahrung und nicht die offizielle Interpretation der Rechteinhaber von Ein Kurs in Wundern®.
Nächster Schritt
Coaching anfragen
Wenn du an diesem Punkt nicht allein weitergehen möchtest, schaut Hubert im Erstgespräch mit dir auf den nächsten Schritt.

