Gedanken & Geist

Overthinking: Im Denken liegt nicht die Lösung

Hubert suchte Problemlösungen in noch mehr Gedanken und wurde müde. Heute übt er, sich nicht mit jedem Gedanken zu identifizieren.

Hubert Schlaucher · Gedanken

Kurzantwort

Worum geht es?

Overthinking stoppen heißt in Huberts Erfahrung nicht, noch gründlicher über dasselbe Problem nachzudenken. Gerade die Annahme, im Denken müsse die Lösung liegen, machte ihn müde. Durch die Geistesschulung lernte er, Gedanken wahrzunehmen, ohne sich vollständig mit ihnen zu identifizieren, stiller zu werden und die Dinge weniger ernst zu nehmen. „Overthinking“ ist hier eine Alltagserfahrung, keine Diagnose.

Hubert nennt Overthinking im Video zugespitzt die einzige „Krankheit“, an der er je gelitten habe. Das ist seine persönliche Metapher, keine medizinische Diagnose. Er meint damit einen schnellen Geist, der von einem Gedanken zum nächsten springt und bei Problemen immer noch mehr Denken einsetzt. Genau diese Strategie machte ihn müde. Der Satz, den er daraus mitgenommen hat, lautet: Im Denken liegt nicht die Lösung.

Wenn Problemlösen selbst zum Problem wird

Denken ist notwendig. Wir vergleichen Möglichkeiten, rechnen, erinnern uns und treffen Entscheidungen. Huberts Kritik richtet sich nicht gegen den Verstand. Sie gilt dem Moment, in dem Denken im Kreis läuft: dieselben Argumente, dieselben befürchteten Folgen, dieselbe Suche nach letzter Sicherheit. Es entstehen viele mentale Bewegungen, aber kein nächster klarer Schritt.

Overthinking wird hier als alltäglicher Begriff für dieses Erleben verwendet. Manchmal braucht ein Problem mehr Information oder ein sachliches Gespräch. Manchmal hat der Kopf jedoch längst alles Bekannte sortiert und beginnt nur von vorn. Dann kann die Frage helfen: Produziere ich gerade eine Entscheidung – oder wiederhole ich meine Unsicherheit?

„Ich habe gedacht und geglaubt: Im Denken liegt die Lösung. Und das hat mich müde gemacht.“

Hubert Schlaucher, Video „Overthinking“

Nicht jeder Gedanke ist eine Anweisung

Hubert beschreibt einen zweiten Schritt: sich nicht mehr mit den Gedanken zu identifizieren. Das bedeutet nicht, Gedanken zu verdrängen oder so zu tun, als wären sie bedeutungslos. Es bedeutet, zwischen „Ich habe diesen Gedanken“ und „Dieser Gedanke ist die ganze Wahrheit“ zu unterscheiden. In diesem kleinen Abstand entsteht Wahlfreiheit.

Ein Beispiel: Vor einem Gespräch taucht der Satz auf, dass du bestimmt etwas Falsches sagen wirst. Identifikation klingt wie: „So wird es sein, also muss ich alle Varianten hundertmal durchgehen.“ Abstand klingt wie: „Mein Geist entwirft gerade eine Gefahr. Was muss ich tatsächlich vorbereiten?“ Du notierst zwei wichtige Punkte und beendest die Probe. Der Gedanke ist nicht verboten; er erhält nur nicht unbegrenzt deine Aufmerksamkeit.

Was Hubert „Quantenlösung“ nennt

Zu Beginn kündigt Hubert eine „Quantenlösung“ an. Er verwendet den Ausdruck bildhaft, nicht als naturwissenschaftliche Aussage. Gemeint ist ein Wechsel der Ebene: Ein kreisender Gedanke wird nicht durch den hundertsten ähnlichen Gedanken ruhig. Hubert sucht die Alternative in der Stille. Dort muss er nicht jede Frage sofort beantworten und kann erleben, dass das vermeintliche Problem zum Teil aus dem ununterbrochenen Denken darüber bestand.

Das darf nicht als Behauptung missverstanden werden, jedes reale Problem sei schon äußerlich gelöst. Rechnungen, Konflikte und Entscheidungen können konkrete Handlungen verlangen. Stille ist kein Ersatz dafür. Sie kann aber den inneren Lärm senken, damit der nächste sachliche Schritt sichtbarer wird. Für Hubert war genau das eine wesentliche Erfahrung mit Ein Kurs in Wundern.

Stille im Geist üben

Der Kurs ist ein spirituelles Selbststudium mit einem Übungsbuch von 365 Lektionen. Hubert lernte darin, wie er sagt, im Geist still zu werden. Ein schneller Geist blieb Teil seiner Erfahrung; neu war die Fähigkeit, nicht jeder Bewegung zu folgen. Er beschreibt das auch als Zu-sich- und Ins-Herz-Kommen und als Bereitschaft, die Dinge nicht mehr so ernst zu nehmen.

Eine kurze Praxis kann so aussehen: Lege für eine Minute Stift und Bildschirm weg. Spüre den Atem, ohne ihn zu verändern. Wenn ein Gedanke kommt, benenne ihn schlicht als „Planen“, „Erinnern“ oder „Befürchten“. Dann kehre zum Atem zurück. Danach frage: Gibt es jetzt eine konkrete Handlung? Wenn ja, tu sie. Wenn nein, erlaube dir, die Frage für diesen Moment ruhen zu lassen.

Leichtigkeit ist nicht Gleichgültigkeit

Die Dinge weniger ernst zu nehmen heißt nicht, Verantwortung abzugeben. Es heißt, nicht jeden Gedanken zu einem Urteil über das ganze Leben zu machen. Eine unbeantwortete Nachricht ist zunächst eine unbeantwortete Nachricht, nicht automatisch Ablehnung. Eine offene Entscheidung ist offen, nicht automatisch eine Katastrophe. Diese Nüchternheit kann überraschend liebevoll sein.

Auch hier gibt es keine Garantie, dass eine Minute Stille eine hartnäckige Schleife beendet. Übung heißt wiederkommen. Manche Tage sind klarer, andere lauter. Der Maßstab muss nicht Gedankenfreiheit sein. Schon das frühere Bemerken und ein bewusster Ausstieg können eine Veränderung sein.

Keine Diagnose und kein Behandlungsersatz

Overthinking kann im Alltag vorkommen und zugleich Begleiterscheinung unterschiedlicher Belastungen sein. Dieser Text diagnostiziert nichts. Ein Kurs in Wundern, Coaching und Meditation ersetzen keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Wenn Grübeln, Angst, Schlafprobleme oder innere Unruhe stark anhalten, lass dich fachlich beraten. In einer akuten Krise ist der örtliche Notruf zuständig.

Huberts Schlussfrage ist offen: „Wie wäre das für dich?“ Du musst darauf nicht mit einer großen Entscheidung antworten. Probiere einen stillen Augenblick. Prüfe, welcher Teil des Problems eine Handlung braucht und welcher Teil nur noch einmal gedacht werden will. Vielleicht liegt die nächste Lösung nicht in mehr Denken, sondern in genug Ruhe, um das Wesentliche zu erkennen.

Für heute

Vom Kreisdenken zum klaren Schritt

  1. Schreibe die eine Frage auf, über die du gerade wiederholt nachdenkst.
  2. Trenne: Welche neue Information fehlt wirklich, und welcher Gedanke wiederholt nur Bekanntes?
  3. Bleib eine Minute still; benenne auftauchende Gedanken freundlich, ohne ihnen zu folgen.
  4. Wähle danach entweder eine konkrete Handlung oder eine bewusste Pause bis zu einem festgelegten Zeitpunkt.

Häufige Fragen

Ist Overthinking eine psychische Diagnose?

Nein. Hubert verwendet das Wort und die Krankheitsmetapher persönlich. Der Artikel behandelt Overthinking als Alltagserfahrung und stellt keine Diagnose.

Ist Denken laut Hubert grundsätzlich schlecht?

Nein. Denken hilft beim Planen und Entscheiden. Problematisch wird es in seiner Erfahrung, wenn dieselbe Schleife ohne neue Information immer weiterläuft.

Sind reale Probleme in der Stille automatisch gelöst?

Nein. Reale Probleme können konkrete Schritte verlangen. Stille kann helfen, den inneren Lärm vom sachlich notwendigen Handeln zu unterscheiden.

Vollständiges Video-Transkript lesen

Ich will auch heute eine Quantenlösung präsentieren. Das ist vollkommen was Neues für mich: Nämlich die einzige Krankheit, an der ich jemals im Leben gelitten habe, war Overthinking. Ich habe immer gedacht und gedacht und gedacht und bin vom nächsten Gedanken zum nächsten gesprungen. Und wenn es um eine Problemlösung gegangen ist, dann habe ich einfach gedacht und geglaubt: Im Denken liegt die Lösung. Und das hat mich müde gemacht. Und ich kann dir heute aus meiner Erfahrung sagen, dass im Denken nicht die Lösung liegt. Indem ich mich mit meinen Gedanken identifiziere – darin liegt nicht die Lösung. Die Lösung liegt darin, im Geist still zu werden und mich nicht mehr mit meinen Gedanken zu identifizieren. Und dann würde ich erkennen – und ich habe erkannt –, dass das Problem nur mein Overthinking ist und dass das Problem bereits gelöst ist, wenn ich in die Stille gehe. Und das ist das Angebot dieses Kurses. Das habe ich darin gelernt: still zu werden im Geist. Und ich habe einen sehr schnellen Geist. Aber hier habe ich gelernt, still zu werden. Zu mir zu kommen, ins Herz zu kommen und die Dinge nicht mehr so ernst zu nehmen. Wie wäre das für dich?

Quellen und Einordnung

Die Auslegung auf dieser Seite ist Huberts persönliche Erfahrung und nicht die offizielle Interpretation der Rechteinhaber von Ein Kurs in Wundern®.

Nächster Schritt

Coaching anfragen

Wenn du an diesem Punkt nicht allein weitergehen möchtest, schaut Hubert im Erstgespräch mit dir auf den nächsten Schritt.